Agentic RAG: Übergang von der Suche zur Aktion im Unternehmenswissen
Warum traditionelle RAG für Unternehmensworkflows nicht geeignet sind
Retrieval-Augmented Generation war ein Durchbruch für die Verankerung von LLM-Ausgaben in Sachinhalten, aber das Standardmuster, relevante Teile abzurufen und dann eine Antwort zu generieren, stößt in Unternehmensumgebungen an seine Grenzen. Echte Unternehmensfragen werden selten durch eine einzige Dokumentpassage beantwortet. Ein Mitarbeiter, der fragt, wie er eine Urlaubsverlängerung beantragen kann, benötigt Informationen aus dem HR-Richtliniendokument, Kontext zu seiner spezifischen Urlaubsart, den Genehmigungsworkflow für seine Abteilung und möglicherweise den aktuellen Status seines bestehenden Antrags im HRIS-System. Standard-RAG ruft ein paar Blöcke ab und hofft, dass das Modell eine Antwort synthetisieren kann. In der Praxis führt dies zu Antworten, die teilweise richtig sind, aber wichtige Verfahrensschritte verfehlen, oder schlimmer noch, sie geben selbstbewusst veraltete Richtlinien an, weil beim Abrufschritt eine überholte Dokumentversion ans Licht kam.
Agentisches RAG: Abrufen, Begründen und Handeln in einer einzigen Pipeline
Agentic RAG erweitert das Abrufparadigma, indem es dem Agenten die Möglichkeit gibt, iterativ abzurufen, Lücken in seinem aktuellen Wissen zu schließen, erneut aus verschiedenen Quellen abzurufen und letztendlich im Namen des Benutzers Maßnahmen zu ergreifen. Anstelle eines einzelnen Abrufschritts führt der Agent eine Argumentationsschleife aus. Erster Aufruf: Ziehen Sie die Urlaubsrichtlinie. Begründungsschritt: Die Richtlinie verweist auf unterschiedliche Regeln für unterschiedliche Urlaubstypen, aber der Benutzer hat seinen Urlaubstyp nicht angegeben. Entscheidung: Überprüfen Sie das HRIS-System auf den aktiven Urlaubsdatensatz des Benutzers. Zweiter Abruf: Ziehen Sie die Urlaubsdetails des Mitarbeiters aus Workday. Begründungsschritt: Der Mitarbeiter befindet sich im FMLA-Urlaub, für den ein spezifischer Verlängerungsprozess gilt. Dritter Abruf: Ziehen Sie das FMLA-Erweiterungsverfahren. Aktion: Generieren Sie das mit den Daten des Mitarbeiters vorab ausgefüllte Verlängerungsantragsformular und übermitteln Sie es über den korrekten Genehmigungsworkflow. Dieses Multi-Hop-Muster verwandelt ein Frage-Antwort-System in eine Workflow-Ausführungs-Engine. Der Benutzer stellte eine Frage und erhielt eine abgeschlossene Aktion, nicht nur eine Antwort, die er brauchte, um selbst zu handeln.
Muster aus der realen Welt: Multi-Hop-Abruf und Tool-erweiterte Generierung
Wir implementieren Agenten-RAG in mehreren wiederkehrenden Unternehmensmustern. Die erste Möglichkeit ist die Umsetzung von Richtlinien: Der Agent ruft relevante Richtliniendokumente ab, gleicht sie mit dem spezifischen Kontext des Mitarbeiters aus HR- und IT-Systemen ab und führt den entsprechenden Workflow aus. Die zweite Lösung ist die Diagnoselösung: Für IT-Supportszenarien ruft der Agent Anleitungen zur Fehlerbehebung ab, fragt Überwachungssysteme nach dem aktuellen Status ab, führt Diagnosebefehle über genehmigte Tool-Integrationen aus und wendet Korrekturen an. Die dritte Möglichkeit besteht in der Wissenssynthese: Bei komplexen Fragen, die sich über mehrere Wissensbereiche erstrecken, führt der Agent einen parallelen Abruf über verschiedene Dokumentensammlungen durch, gleicht widersprüchliche Informationen ab, indem er die Aktualität und Autorität des Dokuments überprüft, und erstellt eine synthetisierte Antwort mit Zitaten. Der entscheidende Bestandteil jedes Musters ist die Argumentationsschleife, die zwischen den Abrufschritten liegt. Der Agent ruft und generiert nicht nur. Es ruft Informationen ab, bewertet, ob ausreichend Kontext vorhanden ist, identifiziert Lücken und ruft strategisch weitere Informationen ab, bis das vollständige Bild vorliegt, das für ein sicheres Handeln erforderlich ist.
ActiveMotion Team
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